Musikverein Betzingen e.V.

Archiv: Berichte aus 2001

Benefizkonzert zu Gunsten des Kinderschutzbundes

Am 1. Advent, dem 3. Dezember 2000 fand in der Wittumhalle des Reutlinger Stadtteils Rommelsbach ein Benefizkonzert zugunsten des Deutschen Kinderschutzbundes statt. Mit konzertanten Klängen gestalteten der Musikverein Betzingen und das Verbandsjugendblasorchester Neckar-Alb diesen gemeinsamen Abend.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Musikvereins Betzingen, Hubert Ernst sprach der 1. Bürgermeister der Stadt Reutlingen, Reumann, der in Vertretung des Schirmherrn, Oberbürgermeister Stefan Schultes anwesend war, den MusikerInnen und Organisatoren seinen herzlichen Dank aus.
Den Musikalischen Teil in der gut besuchten Wittumhalle eröffnete das Blasorchester des MV Betzingen mit seinem Dirigenten Reinhard Langer. Schwungvoll der erste Titel Amparito Roca mit seinen spanischen Melodien. Gekonnt interpretiert waren die geheimnisvollen Klänge, die Melodieführung wechselte zwischen Flügelhörnern, Klarinetten und Tenorhörnern ab. Ein Dauerbrennner ist die nächste Komposition, Israel Shalom von Kees Vlak. Alte und neuere Israelische Volkslieder und Rhythmen wurden hier eindrucksvoll verarbeitet. Genauso eindrucksvoll überzeugten hier die Betzinger durch ihren druckvollen aber nie zu wuchtigen Klangkörper und die sicher umgesetzten rhythmischen und dynamischen Variationen die dieses Stück auszeichnen. Ausgesprochen schöne, reine Klänge erreichten die Ohren der Zuschauer bei den Klarinettensoli und der späteren Melodieführung durch die Flügelhörner und Tenorhörner.
Als Nächstes war Cantabile for Winds zu hören. Eine ruhige und weich vorgetragene Melodie der Trompeten gefiel hier besonders durch die sicher gespielte unterstützende Begleitung des Orchesters. Mit Belvedere und einem hellen, klaren Saxophonsolo vorgetragen von Jakob Faust beendeten die Betzinger Musiker den konzertanten Teil ihres Vortrags. Erfreulich war die Bandbreite des Betzinger Programms. Ermöglicht durch die souveräne Leitung von Reinhard Langer wurden nun Dixie und Blues Klänge zu Gehör gebracht. Mit viel Gefühl und Swing erklangen Melodien wie Dinah, Tin Roof und High Society. Rhythmisch sehr exakt und ausdruckstark gespielt die Schlagzeugeinlagen im letzten Teil des Stücks. Weiter ging es mit der bekannten Melodie des St. Louis-Blues. Gelungen war die druckvolle aber nie zu wuchtige Dynamik des Orchesters. Abschlußstück der Betzinger war der Evergreen Berliner Luft von Paul Lincke, man merkte wie das Stück gefiel, denn das Publikum ging richtig mit und so durften die MusikerInnen die Bühne nicht ohne die Zugabe Get on Board verlassen. Sauber intonierte, volle, aber stets differenziert gespielte Posaunenklänge zeichneten diese flott vorgetragenen Melodien aus. Nach eine Pause in der sich die Zuschauer mit Getränken erfrischen konnten, bedankte sich die ehemalige Voritzende des Kinderschutzbundes Reutlingen, Inge Villforth, für die Darbietung der Musiker und für die zahlreichen Besucher, die durch ihr Kommen eine namhafte Spende für diesen guten Zweck ermöglichten. Stellvertretend für die 70 ehrenamtlichen Helfer des Kinderschutzbundes Reutlingen dankte Sie allen, die diesen Abend ermöglicht haben, der dieses soziale Engagement, betreuerische sowie materielle Hilfe in Notlagen unterstützt.
Unter Stadtmusikdirektor Bruno Seitz eröffnete das Verbansjugendblasorchster Neckar-Alb (VJBO) seinen musikalischen Teil mit der triumphalen Fanfare 2000 welche Kees Vlak zum neuen Millenium geschrieben hat. Gleich in diesem ersten Werk war das imposante Klanggerüst der Jugendlichen Musiker zu hören, welches durch exakte Intonation, ausgewogene Dynamik und gutes Zusammenspiel überzeugte, was noch bedeutender wird wenn man erfährt, daß sich dieses Orchester aus den verschiedensten Vereinen des Kreises Neckar-Alb zusammensetzt und die Musiker nur an wenigen Proben im Laufe das Jahres die Konzertstücke einstudieren können.
Eindrucksvoll die Toccata Marziale von Vaughn Williams. Die teils fugenartigen Arangierformen waren eine Revolution in der Blasmusik. Besonders gefiel hier das starke Ausdrucksvermögen des Orchesters. Mit viel Gefühl vorgetragen der ruhige Teil des nächsten Titels, des Krönungsmarsches Orb and Sceptre von William Walton. Das Gefühl etwas besonderes zu sein, haben bei diesen Melodien nicht nur Brautpaare, sondern ergriff sicher etliche der anwesenden Zuschauer, da hier das VJBO seinen ausgewogenen Klang feierlich zu Gehör brachte.
Daß es unter der sicheren Führung von Bruno Seitz möglich ist unterschiedlichste Melodien erklingen zu lassen, wurde bei Bugatti Step deutlich. Das gesamte Klarinettenregister überzeugte durch exaktes Zusammenspiel, besonders deutlich zu hören bei den schnellen Läufen dieser sicher vielen der Zuschauer bekannten Melodie. Hier waren die Klarinetten voll in ihrem Element und bauten ihr Solo wohlgekonnt auf den ruhigen, souveränen Klangteppich des Orchesters. Toll zu hören mit wie viel Elan und Begeisterung Jugendliche heute bei Blasmusikvereinen engagiert sind.
In Riverdance von Bill Whelan wird keltische Musik mit moderner Stepakrobatik verbunden. Mit viel Gefühl für diese mittelalterlichen klänge waren durch das ganze Stück Trompeteneinlagen zu hören. Das Orchester lies einen bei geschlossenen Augen fast die Stepptänzer sehen, die normalerweise zu diesen Klängen tanzen.
Die Verbindung von Rock und Klassik gelang John Miles mit seinem beeindruckend komponierten und ebenso vorgetragenen Titel Music.
Souverän gespielt die schwierigen Rhythmus- und Tempiwechsel. Auch noch die schwierigsten Rhythmen im 7/8 Takt und im Schlußteil des Werkes waren äußerst exakt und dabei auch immer mit viel Gefühl gespielt. Da dieses Werk die Zuschauer begeisterte, wurde es nach einer kurzen Ansprache des Verbandsjugendleiters Neckar-Alb, Herbert Pfister, erneut als Zugabe gespielt und auch beim zweiten mal gefiel der Vortrag des Verbandsjugendblasorchesters. Auch Herbert Pfister hob hervor, daß in diesem Konzert eindrucksvoll zu hören war, daß Blasmusik nicht nur aus Bratwurst und Bier besteht. Nach seinem Dank an die Dirigenten, die Orchester und den Chef der Organisation, Hubert Ernst ging dieser schöne Konzertabend zu Ende. (sk)

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